iKV: neuer Call, ohne Lehrmodell

Mit 4. Mai startet wieder ein neuer Call für die interne Karrierevereinbarung, Bewerbungsende: 15. Juni, ausgeschrieben sind 30 Stellen.
Grund für die gegenüber den vergangenen Jahren deutlich verspätete Ausschreibung ist die (an sich lobenswerte) Absicht, hier erstmals auch ein "Karrieremodell Lehre" zu integrieren.
Dass es dennoch nicht gelang, die Eckpunkte für eine solche Ausschreibung im Bereich der Lehre rechtzeitig festzusetzen, ist – wenn man es sehr höflich formulieren möchte - befremdlich.
Der lapidaren Mitteilung: "Ein gesonderter Call für IKV Lehre ist in Bearbeitung" begegnet man wahrscheinlich am Besten ohne weitere Kommentare mit dem nachfolgend wiedergegebenen Passus aus der 2017 (sic!) abgegebenen Stellungnahme des Senats zum Entwicklungsplan:

In Zusammenhang mit der seit Jahren überfälligen Etablierung von Karrieremodellen im Bereich der Lehre müssen wir darauf verweisen, dass sich diese Absichtserklärung bereits in den Entwicklungsplänen aus den Jahren 2012 und 2015 findet. Diese Modelle sind nach wie vor nicht umgesetzt. Sollte das im Entwurf des Entwicklungsplans genannte Ziel zur Etablierung solcher Modelle tatsächlich angestrebt werden, ersuchen wir um Aufnahme eines konkreten (und kurzfristigen) Umsetzungstermins, andernfalls um Klarstellung, dass es in diesem Bereich keine Karrieremöglichkeit geben soll/wird.

Seltsames von der Rektorswahl an der Uni Wien

Bemerkenswertes spielt sich im Verfahren zur Bestellung der Nachfolge des aktuellen Rektors Heinz Engl an der Uni Wien ab. Engl hatte im Oktober 2021 bekannt gegeben, dass er sein Amt ein Jahr vor dem regulären Ablauf der Funktionsperiode zurücklegen werde.
Auf die erfolgende Ausschreibung bewarben sich 17 Personen – wie im Universitätsgesetz vorgesehen wurde eine Findungskommission eingerichtet (zusammengesetzt aus Mitgliedern von Senat und Universitätsrat). Aufgabe der Findungskommission: die Erstellung eines personellen Vorschlags an den Senat. Der Senat erstellt sodann einen Dreiervorschlag, aus dem (und nur aus dem) der Unirat den Rektor bzw. die Rektorin wählt.
Zusätzlich zu den von der Findungskommission nominierten Personen (s.u.) wurden drei weitere zum Hearing eingeladen, ein Kandidat (Tschöp) zog seine Bewerbung zurück. Der Dreiervorschlag des Senats wurde am 24. März gewählt – dem Vernehmen nach verzichtete der Senat auf eine Reihung innerhalb des Dreiervorschlags, was einen ausgesprochen ungewöhnlichen Schritt darstellt.
Noch viel ungewöhnlicher war aber der folgende Schritt: der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen beschloss am 6. April, Beschwerde an die Schiedskommission zu erheben - was sein gutes Recht ist, schließlich stellt er hier eine essentiell wichtige Kontrollinstanz dar. Während die (einzige) Aufgabe des Arbeitskreises in einem solchen Verfahren darin besteht, bei erfolgten Diskriminierungen (gegenüber Geschlecht, sexueller Orientierung etc.) Beschwerde zu erheben, behauptete der Arbeitskreis eine solche Diskriminierung jedoch gar nicht.
Gleichwohl erhob der Arbeitskreis Beschwerde – mit der absonderlichen Begründung, er wolle damit "(..) sicherstellen, dass kein Verdacht auf Diskriminierung im Raum steht.. da sich der Arbeitskreis auf Basis der ihm zur Verfügung stehenden Informationen nicht abschließend sicher ist."

Kurzum: eine an Absurdität kaum zu überbietende Begründung eines Gremiums, welches (per Gesetz und im Unterschied zur angerufenen Schiedskommission) in jeden einzelnen Schritt des Verfahrens eng eingebunden ist und Einsicht in sämtliche Bewerbungsunterlagen und Protokolle hat.

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Rektor will weitere Funktionsperiode

18 Monate vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit hat Markus Müller sein Interesse an der Ausübung einer weiteren Funktionsperiode (4 Jahre, ab 1.10.2023) bekanntgegeben.
Gemäß §23b des Universitätsgesetzes braucht es dazu kein "reguläres" Ausschreibungsverfahren; vielmehr "(..) kann eine Wiederbestellung ohne Ausschreibung erfolgen, wenn der Senat und der Universitätsrat dies mit jeweils einfacher Mehrheit beschließen".

Lehre: MedUni Wien praktiziert 0G

Durch das 2. Covid-19-Hochschulgesetz erhielten die Universitäten die Möglichkeit, ihr Corona-Management eigenständig zu gestalten. Im Bestreben, dem nach außen getragenen (allerdings sehr unterschiedlich gelebten) Willen zu "so viel Präsenz wie möglich" zu folgen, beschreiten die heimischen Universitäten unterschiedliche Wege – in Bezug auf Auslastung der Hörsäle, wie auch in Bezug auf die Hygieneregeln.
Im laufenden Sommersemester praktizieren die meisten heimischen Unis eine 2,5G- bzw. 3G-Regel.

Welchen Weg beschreitet die MedUni Wien? Für Lehrende (inklusive TutorInnen und Lehrbeauftragte) gilt Impfpflicht - für alle Neuaufnahmen und jede "Verlängerung" bestehender Verträge – damit für jede betraute Lehrtätigkeit.
Für die Studierenden gilt Gleiches, was dazu führte, dass einige impfunwillige Studierende im Wintersemester – völlig zurecht – von der Teilnahme an Präsenzveranstaltungen sowie an summativen Prüfungen ausgeschlossen waren. (n.b.: Andreas Sönnichsen riet den abgewiesenen Studierenden, den Klagsweg zu beschreiten)
Bemerkenswerter weise hat das Rektorat nunmehr - ein Zusammenhang mit Sönnichsen ist (mir) nicht bekannt - nicht nur eine Abkehr von den 2G-Kontrollen beschlossen, sondern trifft auch explizit keinerlei Anstalten, den ungeimpften Studierenden den Zugang zu den Lehrveranstaltungen zu verwehren oder von diesen zumindest einen negativen Corona-Test einzufordern.
Ein solches Verhalten ist umso unverständlicher, als die Namen der ungeimpften Studierenden dem Rektorat ja samt und sonders bekannt sind – sei es durch Abweisungen im Wintersemester oder durch aufgeflogene Fälschungsversuche von Impf- oder Genesungszertifikaten.
Wieso also wird hier nichts unternommen? Fehlt hier tatsächlich jedes Bewusstsein und jede wahrgenommene Verantwortung in Bezug auf eine gegebene Gefährdung der übrigen Studierenden sowie der Lehrenden?