Professorinnen-Call: aktueller Stand

Für die zehn an der MedUni Wien exklusiv für Frauen ausgeschriebenen Professuren nach §99 Absatz 4 des UG (im Rahmen der Leistungsvereinbarung zwischen Rektorat und Ministerium zur Erhöhung des Frauenanteils in der Professorenkurie vereinbart) haben sich rund 80 Wissenschafterinnen beworben.
Die vom Senat eingerichtete Arbeitsgruppe, welche für Verfahren und Auswahlprozess (vor der erfolgenden Berufung durch den Rektor sollte es eine Auswahl von 30 Wissenschafterinnen geben welche dem Rektor übermittelt wird, detaillierter Verfahrensablauf findet sich hier) hat für den 12. August ihre konstituierende Sitzung festgesetzt.
Eine Prüfung der im Rahmen der Bewerbung getätigten Angaben erfolgt (u.a. durch die Stabstelle für Evaluation und Qualitätsmanagement) seit dem Ende der Bewerbungsfrist. In weiterer Folge werden (sofern die jeweilige Bewerberin die in der Ausschreibung genannte Qualifikationserfordernis – s.u. - erfüllt) die GutachterInnen angeschrieben – da die Ausschreibung thematisch "offen" erfolgte, wird hier eine Gruppierung der inhaltlichen Schwerpunkte der einzelnen Bewerberinnen notwendig sein (was unumgänglich ist, aber das in Berufungsverfahren ansonsten völlig unübliche Problem schafft, dass nicht alle Bewerbungen von identen GutachterInnen beurteilt werden).

Zusammensetzung der Arbeitsgruppe

  • Professoren: Irene Lang, Elisabeth Presterl, Hannes Stockinger
  • Mittelbau: Martin Andreas, Ivo Volf
  • Studierende: Daniela Kitzmantl

Qualifikationserfordernisse:

  • Abgeschlossenes Doktorats-/PhD-Studium
  • Internationalität durch Arbeitserfahrung bzw. Professur an einer externen, bevorzugt ausländischen, Forschungs- und/oder Lehrinstitution oder internationale Tätigkeiten
  • Eigenverantwortliche Abhaltung von Lehrveranstaltungen inkl. Prüfungstätigkeit und Hauptbetreuung von DoktorandInnen und DiplomandInnen
  • Internationale Anerkennung als Forscherin auf dem jeweiligen Gebiet und kontinuierlich hohe wissenschaftliche Leistung
  • Nachweis der erfolgreichen, kontinuierlichen Einwerbung kompetitiver Drittmittel

QV (alt) vs. EV: Gehaltsproblem gelöst

Ein seit langem von AMM-Vertretern in unterschiedlichen Gremien (siehe auch hier aus dem Jahr 2017) verfolgtes Projekt konnte nun nach langen Verhandlungen zu einem glücklichen Abschluss gebracht werden: die Gehaltsangleichung zwischen den MitarbeiterInnen der "QV alt" und denen der aktuellen Entwicklungsvereinbarung sowie darin auch die Problematik der eklatanten Gehaltsunterschiede zwischen klinischer und nicht-klinischer Verwendung (eine ausführlicher formulierte Problemdarstellung haben wir u.a. im AMM-Blog am 14. März 2018 veröffentlicht).
Erreicht werden konnte für alle nichtärztlichen Assoc.Prof. eine Gehaltserhöhung von 1.000 € bei erfolgreicher positiver Evaluierung nach 6 Jahren (KV § 49 (2) b Erhöhung um 504 €) - Gleiches gilt für nichtklinische ärztliche Assoc.Prof., jedoch unter Einberechnung der Zulage gem. KV § 68(2).
Während "die Gehaltserhöhung" schon seit mehreren Wochen bekannt ist, konnte nun eine Vereinbarung für den gesamten betroffenen Personenkreis getroffen werden. Die hier skizzierte Übereinkunft ist derzeit nur mündlich mit dem Rektor vereinbart, der Abschluss einer Betriebsvereinbarung zu diesem Thema wird angestrebt.

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JKU Linz mit den meisten Vizerektoren

Nachdem Meinhard Lukas an der Linzer Johannes Kepler-Universität (JKU) als Rektor bestätigt worden war, kommt es dort nun tatsächlich zu einem Komplettaustausch der Vizerektoren – ein bislang (bei gleichbleibendem Rektor) an österreichischen Universitäten beispielloser Vorgang.
Der Linzer UniRat wählte einstimmig die von Lukas vorgeschlagenen fünf (!) VizerektorInnen – damit hat die JKU ein größeres Rektorat als jede andere heimische Universität. Vizerektorin für Medizin wird mit Elgin Drda eine Verwaltungsjuristin, die aktuell kaufmännisch-organisatorische Geschäftsführerin des "Kepler-Universitätsklinikums" ist.
Die neuen Vizerektoren und ihre Ressortbezeichnungen:

  • Lehre und Studierende: Stefan Koch
  • Forschung, Gender und Diversity: Alberta Bonanni
  • Innovation und ForscherInnen: Christopher Lindinger
  • Finanzen: Christiane Tusek
  • Medizin: Elgin Drda

MedAT: viele StudienwerberInnen, keine Aussagekraft

Am Freitag, dem 5. Juli fand wieder das gemeinsame Aufnahmeverfahren der öffentlichen österreichischen Medizinischen Universitäten (bzw. der medizinischen Fakultät in Linz) statt.
Das (wieder einmal) eindrucksvolle Großereignis – österreichweit stellten sich 12.960 (von 16.443 Anmeldungen) StudienwerberInnen dem Auswahlverfahrenhaben, in Wien waren es 6.490 – reihte sich nahtlos in die Aufnahmeverfahren der vergangenen Jahre ein: logistisch (sehr) gut organisiert, inhaltlich mit exakt denselben Problemen, die schon seit Jahren kritisiert werden:

  • PR-Fokus auf (behauptete) "Gerechtigkeit & Fairness" des Tests während es keinerlei (!) Evidenz dafür gibt, dass die Ergebnisse des Auswahlverfahrens mit dem Studienerfolg korrelieren
  • aus PR-Gründen ständig (und kostenpflichtig) erfolgende "Weiterentwicklung" obwohl der Testentwickler selbst freimütig zugibt, dass die neuen Module keinen Einfluss auf das Ergebnis haben.
  • Fragen, welche in ihrem Format den grundlegenden didaktischen Empfehlungen zur Fragengestaltung widersprechen und inhaltlich teilweise die LernZIELE des ersten Studienjahres abbilden. Ein Formentest, dessen Relevanz für eine festzustellende ärztliche Eignung nicht gegeben ist, ein Lerntest welcher Fähigkeiten testet, welche im klinischen Alltag explizit nicht angewandt werden sollten.

    Bedauerlich, dass hier seit Jahren jeder Diskurs verweigert wird – zu einem der für eine Universität wichtigsten Themen: der Auswahl der Studierenden.